Sie sind mit dem Internet groß geworden und die wichtigste Zielgruppe der Medien. Für die Generation der „Millennials“ sind Freunde und Familie wichtiger als Karriere. Glaubwürdigkeit und Qualität im Journalismus haben bei der jungen Generation, die „mitten im Leben steht“, einen hohen Stellenwert. Eine freundliche Arbeitsatmosphäre wird von ihnen höher bewertet als das Einkommen. Der Bund Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) präsentiert eine Studie zum Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 

Die Zielgruppe der „Millennials“ reicht im Kern von Schülern bis hin zu Mittdreißigern, die zwischen den frühen 1980er Jahren und dem Jahr 2000 geboren wurden. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind vor allem über soziale Medien wie WhatsApp, Facebook, Snapchat und Instagram erreichbar. Sie wünschen sich von den Redaktionen weniger negative und krisenfixierte Nachrichten. Stattdessen wollen sie einen Journalismus, der mehr Perspektiven und Lösungsansätze bietet.

v.l.: Prof. Dr. Stephan Weichert, Dr. Leif Kramp, Hans-Joachim Fuhrmann (Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung).
v.l.: Prof. Dr. Stephan Weichert, Dr. Leif Kramp, Hans-Joachim Fuhrmann (Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung).

Dies sind Ergebnisse der am 12. April 2017 in Berlin vorgestellten Studie „Mediennutzungsverhalten und Optionen für Zeitungsverlage“ der Kommunikationswissenschaftler Leif Kramp und Stephan Weichert. Im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) haben die Wissenschaftler die Mediennutzung von Millennials untersucht.

Neben der Zielgruppe selbst haben sie auch viele Interviews mit Chefredakteuren geführt, die spezifische Nachrichtenangebote für die jungen Erwachsenen verantworten.

Weitere wichtige Ergebnisse der Studie: Junge Menschen sehnen sich nach einer regelmäßigen, konzentrierten Dosis hochwertiger Medieninhalte auf dem Smartphone, das – so die Forscher – als „Fernbedienung des Lebens“ genutzt wird. Millennials sind gesellschaftspolitisch stark interessiert und hinterfragen journalistische Nachrichtenquellen durchaus kritisch. Statt schriller, anbiedernder und als aufdringlich empfundener Informationsangebote im Netz wünschen sie sich mehr seriöse Informationen und verlässliche Nachrichten. Dies gilt auch für die Berichterstattung aus dem lokalen Umfeld.

Die Untersuchung zeige, so der BDZV, dass die Verlage im Umgang mit den jüngeren Zielgruppen auf dem richtigen Weg sind. „Viele Verlage haben ihre Distributionskanäle erweitert und gehen mit den Inhalten dorthin, wo die jungen Zielgruppen ihre Nachrichten konsumieren und teilen“, sagte Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. So seien bereits über 200 Zeitungen in sozialen Medien aktiv.

„Das ist schön, aber keine Neuigkeit“, kommentiert Hendrik Zörner im DJV-Blog. Die pure Aktivität von Zeitungen in den Sozialen Medien werde heute als selbstverständlich vorausgesetzt. Viel wichtiger sei die Anforderung an die Journalisten und den Journalismus, weniger negative Nachrichten zu verbreiten und nicht länger von einem Attentat zum nächsten in der Berichterstattung zu springen. Dagegen stehe die Erwartung der älteren Leser, umfassend und möglichst lückenlos darüber informiert zu werden, was los sei.

„Es ist an den Journalisten, diese verschiedenen und sich zum Teil widersprechenden Anforderungen der Mediennutzer zu bedienen“, so Zörner. „Eine Aufgabe, für die es kein Patentrezept und keine schnellen Lösungen gibt, die aber so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen ist.“

Mediennutzungsverhalten und Optionen für Zeitungsverlage“ lautet der Titel der Untersuchung, die die beiden Kommunikationswissenschaftler Leif Kramp und Stephan Weichert für den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) durchgeführt haben.

Aus: #MediaNewsBlog

Kaspar Koller

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