In der Dokumentation des „Spiegel“ arbeiten Menschen mit einem ganz besonderen Fetisch: Sie lieben Fakten. Die etwa 70 Mitarbeiter pflegen einerseits das Archiv – zirka 100 Millionen Presseausschnitte, Gutachten und Unterlagen von Informanten sind in den ersten sieben „Spiegel“-Jahrzehnten bislang zusammengekommen. Vor allem aber prüfen die Dokumentare die Texte des Magazins vor dem Andruck Wort für Wort. Autor Daniel Bouhs berichtet über das Thema im NDR-Medienmagazin ZAPP. 

Mit dem Ansatz „Wir glauben erst mal nichts“ findet der Dokumentar, wie er sagt, „täglich“ falsch geschriebene Namen oder Angaben aus Statistiken.

ZAPP hat knapp zwei Dutzend deutsche Medienhäusern gefragt, ob sie dezidierte Fact Checker beschäftigen, die also fast nichts anderes tun, als Beiträge vor Druck oder Sendung zu prüfen. Einige andere Magazine haben sie, wenn auch deutlich weniger als beim „Spiegel“: der „Focus“ und das Wirtschaftsmagazin „Brand Eins“. Das Verlagshaus Gruner + Jahr beschäftigt ebenfalls Fact Checker – für „Geo“ und „Stern“ in eigenen Abteilungen, darüber hinaus auch übergreifend für mehrere Titel, darunter „Brigitte“.

Die „Zeit“ wiederum, die ebenfalls wöchentlich erscheint, leistet sich so eine Abteilung nicht. Auch ARD und ZDF beschäftigen allenfalls – jenseits von neuen Einheiten zum Kampf gegen sogenannte Fake News – eine Handvoll Fact Checker, die Videos aus sozialen Netzwerken verifizieren, etwa für die Berichterstattung über Krisenregionen oder Augenzeugenmaterial nach Anschlägen. Bei den Texten gilt auch bei ihnen das Prinzip, das eine Sprecherin von Axel Springer für ihr Haus so zusammenfasst: „Fact-Checker heißen bei uns Journalisten, und davon haben wir in allen Redaktionen eine Menge.“ mehr…

Quelle:
NDR/Medienmagazin ZAPP, Faktencheck in den Medien, In Zeiten von Fake News und Vertrauenskrise scheint Faktencheck in den Medien an Bedeutung zu gewinnen. Doch eigene Abteilungen dafür leisten sich nur wenige Medienhäuser.
15.02.2017, Autor: Daniel Bouhs

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