Bei Sandra Maischberger ging es um den Kampfbegriff „Lügenpresse“. Ihre TV-Kritik in der Süddeutschen Zeitung titelt Dörthe Ziemer „Wenn alle Opfer sind, wer ist dann Täter?“. Da hatte Sandra Maischberger am Ende Recht – man hätte noch weiter reden können. Pressestimmen zur Sendung am Mittwoch,  30. November 2016. 

Dörthe Ziemer (SZ.de) weiter: Die Moderatorin hätte etwa klären können, warum Vera Lengsfeld, ehemalige Bürgerrechtlerin, Bundestagsabgeordnete und Bloggerin, in der Diskussion mit Unterstellungen aufwartet, die sie anschließend widerruft. Oder wie Zuschauer, Leser und User mit handwerklichen Fehlern der Medien, auf die auch der Journalist Ulrich Wickert und der Blogger Sascha Lobo hinwiesen, umgehen sollten. 

Maischberger zur Sendung: „Lügenpresse – Kann man Journalisten noch trauen?“ (→ Video) – Sie kungeln mit den Mächtigen der Politik, lassen sich instrumentalisieren. Sie berichten nur, was in ihr Weltbild passt, verdrehen oder verschweigen Fakten: Die Vorwürfe gegen Journalisten werden lauter, befeuert durch Ereignisse wie der Silvesternacht von Köln oder falschen Prognosen bei der US-Wahl und dem Brexit. Immer häufiger wird aus sachlicher Kritik ungebremste Wut, die auf Demonstrationen und im Internet ausgelebt wird. Gäste in „maischberger“ waren Ulrich Wickert (Journalist), Vera Lengsfeld (ehemalige Bürgerrechtlerin und CDU-Bundestagsabgeordnete), Sascha Lobo (Blogger und Social-Media-Experte), Joachim Radke (Angestellter und Pegida-Demonstrant), Professor Gerhard Vowe (Medienwissenschaftler). mehr…
Vor „Maischberger“ sendete „Das Erste“ den Fernsehfilm „Die vierte Gewalt„.  Der freie Journalist Jan Schulte hofft, mit der Aufdeckung eines Skandals eine Festanstellung beim Online-Portal der Berliner Tageszeitung „Die Republik“ zu bekommen. mehr…

 

Weitere Pressestimmen zu Maischberger:

„Medien und Populisten“, Patrick Gensing & Andrej Reisin untersuchen in einem Beitrag für NDR/ZAPP die Frage „Welche Rolle spielen Talkshows?“: Gestern Abend bei „Maischberger“ im Ersten: Diskutiert wird über das Thema „Lügenpresse – Kann man Journalisten noch trauen?„. In der Talkrunde sitzt unter anderem die ehemalige CDU-Abgeordnete Vera Lengsfeld, die gleich zu Beginn mit der Behauptung einsteigt, laut einer aktuellen Studie des Bayerischen Rundfunks würden drei Viertel der Menschen den Medien nicht mehr trauen – ein Wert, den sie für „sehr realistisch“ halte. Das Problem: Die Behauptung ist falsch. mehr…

Die Welt/N 24 titelt: „Sascha Lobos übermotivierter Auftritt bei „Maischberger““ und schreibt: Nachdem der Medienthriller „Die vierte Gewalt“ kein gutes Haar am Journalismus im digitalen Zeitalter ließ, wollte es Sandra Maischberger fernab der Klischees genauer wissen. Trotz des auf Krawall gebürsteten Lobo, ergab sich am Ende eine erfreulich konstruktive und ausgewogene Debatte, die über weite Strecken ganz ohne die ermüdende „Gutmensch“ gegen „Besorgte Bürger“-Rhetorik der letzten Monate auskam. mehr…

„Vera Lengsfeld“ ist eine „Lügenpresse-Expertin“, belegt Stefan Niggemeier in ÜberMedien: Das Erste veranstaltet heute einen Abend zum Thema „Journalistische Verantwortung“. Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen über die Frage: „Vorwurf ‚Lügenpresse‘ – Kann man Journalisten noch trauen?“ Als Sachverständige ist unter anderem die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Vera Lengsfeld eingeladen. Das ist ein bisschen originell. Lengsfeld betreibt ein Blog, in dem sie ihren Leser immer neue Anlässe liefert, sich mit ihr über den Zustand der Demokratie und Medien zu empören. Ihre Beiträge werden von diversen Internetseiten wie „Achse des Guten“ oder „eigentümlich frei“ übernommen. mehr…

„Das Brett vor dem Kopf des jeweils Anderen“, Michael Hanfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ): Da gäbe es, wenn man das Stichwort „Lügenpresse“ als Ausdruck eines Symptoms nimmt – nicht mehr und nicht weniger – eine ganze Reihe von Ansätzen, die Rolle der Presse, des Rundfunks und der gar nicht mehr so neuen „sozialen Medien“ zu beleuchten. Doch die Stunde der Rederunde geht rum, ohne dass man dazu einen einzigen klaren Satz gehört hätte. Loriot hätte so etwas nicht besser inszenieren können. Ein Paradebeispiel für Realsatire, in der sich jeder durch sein Auftreten selbst widerlegt. Soviel Bretter vor dem Kopf muss man erst einmal haben. mehr…

„Moderatorin Maischberger entschuldigt sich im TV bei AfD-Mann“, schreibt Carin Pawlak in Focus: Medienwissenschaftler Gerhard Vowe bringt Zahlen. 60 Prozent der Deutschen trauen den Medien nicht, immerhin zwölf Prozent halten sie für die „Lügenpresse“. Oder wie ein Zuschauer schreibt: „ARD und ZDF sind der verlängerte Arm der Politik.“ Und andere Journalisten sind willige Schönschreiber der Flüchtlingskrise. mehr…

„„Lügenpresse“-Zoff bei Maischberger“ – so überschreibt Josef Nyary seinen Kommentar in Bild.de: Viel missionarischer Eifer auf der Meinungsrampe, die üblichen Ausgrenzungsrituale und null Selbstkritik – das war ein Talk der Kategorie „Unterkomplex“. mehr…

„“Lügenpresse“-Vorwürfe bei Maischberger: Wer lügt und warum?“, fragt Monika Idems in der Berliner Morgenpost:  Zu viel Thema für zu wenig Zeit – wie so oft. Die kleine Runde versuchte, in einer Stunde zu klären, warum ein substanzieller Teil der Bevölkerung den Medien Falschberichterstattung zwischen Fahrlässigkeit und Willkür vorwirft, wie viel an diesen Vorwürfen dran ist, welche Motivation hinter dieser von manchen unterstellten tendenziösen Berichterstattung stecken und von wem sie gesteuert sein könnte, wenn sie denn gesteuert sein sollte. Maischbergers Fazit: „Wir müssen aufpassen, und zwar alle – in den Medien und in der Mediennutzung.“ mehr…

Für Matthias Schiermeyer (Stuttgarter Nachrichten) waren das „Lauter Halbwahrheiten . Bei genauem Hinhören müsste diese krude Talkshow trotzdem stutzig gemacht haben, weil es an Fakten mangelt. Vielmehr wird das Gerede von der „Lügenpresse“ von den Rechtspopulisten vor allem deswegen geschürt, um unkontrolliert Halb- und Unwahrheiten über die sozialen Netzwerke zu verbreiten. Siehe Donald Trump. Journalisten mit Berufsethos stören da nur. mehr…

„Maischberger“ und die verflixte „Lügenpresse“: So leicht kommt man in einer deutschen Talkshow von der Angel. Stefan Winterbauer, MEEDIA: Vergangene Woche hat Sandra Maischberger mit ihrer Redaktion das Experiment gewagt, ihr Publikum zu Wort kommen zu lassen. Die Sendung war überaus gelungen, gerade weil auch Stimmen, die sonst weniger gehört werden, zu Wort kamen. Vielleicht wollte man in dieser Sendung mit der Einladung von Leuten wie Vera Lengsfeld und Joachim Radke daran anknüpfen. Das gelang nur zum Teil. Ein Streitgespräch Radke vs Lobo wäre spannender gewesen als diese unausgegorene Runde. mehr…

„Medien bauschten den „Pegida-Galgen“ angeblich auf“, Timo Lehmann, Mitteldeutsche Zeitung: Die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld berichtet, vor 20 Jahren habe ihr der Chefredakteur einer Boulevardzeitung in Thüringen gedroht, er werde sie so runterschreiben, dass sie sich nicht mehr im Spiegel anblicken könne. Lengsfeld beklagt Reportagen, die Tatsachen verdrehen und Politiker, die Medien für ihre Interessen nutzen würden. Heiko Maas etwa habe Gesetzentwürfe über das Verbot der Ehe unter Minderjährigen direkt an den „Spiegel“ gegeben mit der Bitte, wohlwollend zu berichten. Später rudert die ehemalige Politikerin zurück, ganz so sei es nicht gewesen. mehr…

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