Die Frontal21-Dokumentation deckt auf, wie ein in der Öffentlichkeit kaum bekanntes Moskauer Netzwerk, Gefolgsleute des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Medienkampagnen in Fernsehsendungen und Sozialen Netzwerken steuert. Film von Joachim Bartz, Arndt Ginzel und Ulrich Stoll.

Die Frontal21-Dokumentation deckt auf, wie ein in der Öffentlichkeit kaum bekanntes Moskauer Netzwerk, Gefolgsleute des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Medienkampagnen in Fernsehsendungen und Sozialen Netzwerken steuert. Film von Joachim Bartz, Arndt Ginzel und Ulrich Stoll.

Die Dokumentation „Putins geheimes Netzwerk – Wie Russland den Westen spaltet“ gewährt Einblick in einen gigantischen Desinfortmations-Apparat und die Kreise seiner westlichen Helfer. Ein kaum bekanntes Moskauer Netzwerk steuert nicht nur die Gefolgsleute des russischen Präsidenten Wladimir Putin, auch Medienkampagnen in Fernsehsendungen und sozialen Netzwerken sind betroffen. Insider, die als Trolle eingesetzt waren, enthüllen, wie systematisch Falschmeldungen verbreitet werden, um die angebliche Dekadenz des Westens zu belegen und die europäischen Gesellschaften zu destabilisieren.

Ist der Westen seit der Ukraine-Krise einem Propaganda-Trommelfeuer aus Russland ausgesetzt? Was steckt dahinter, wenn russische Oligarchen rechte Parteien wie den Front National finanzieren oder rechtspopulistische Politiker zu Tagungen einladen? Verbreiten russische Medien wie RT Deutsch und rechte Mediennetzwerke gleichermaßen Falschmeldungen über die Zustände in der Europäischen Union?

Joachim Bartz, Arndt Ginzel und Ulrich Stoll zeigen, wie mit Geld aus diesem Netzwerk EU-Politiker gekauft werden und stellen die Ergebnisse der in Brüssel ansässigen „East StratCom Task Force“ vor. Diese trägt allwöchentlich im Auftrag der Europäischen Kommission Beispiele von russischen Desinformationskampagnen zusammen. Besonders intensiv verbreiten die pro-russischen Kampagnen den Mythos eines „faschistischen Putsches“ und der Machtergreifung einer „Junta“ in der Ukraine.

Auch ein angebliches Verbot von Schweinefleisch in deutschen Kantinen aus Rücksicht auf Muslime wird immer wieder von Kreml-gesteuerten Medien verbreitet, um Rechtsradikale für Putins Politik zu mobilisieren. Jakub Janda vom „European Values Think Tank“ wertet im Auftrag der Europäischen Union aus Russland gesteuerte Desinformationskampagnen aus. Für ihn steht fest: „Rechte und rechtsextreme Parteien im Europaparlament sind wie trojanische Pferde.“

Es äußern sich jedoch auch Putin-Gefolgsleute wie Alexander Dugin über ihre Rolle in Russlands Propagandafeldzug gegen den Westen: „Ich verachte und lehne dieses liberale und bourgeoise Europa ab, dieses degenerative, politkorrekte Pseudo-Europa.“

Politik | Frontal 21
Putins geheimes Netzwerk
Die Frontal21-Dokumentation deckt auf, wie ein in der Öffentlichkeit kaum bekanntes Moskauer Netzwerk, Gefolgsleute von Präsident Putin, Medienkampagnen im TV und in Sozialen Netzwerken steuert. mehr…

44:01 min | vom 4.10.2016
Sendungsinformation
Online bis: 10.1.2018

 
Das Donezk Leak
Anfang Juni 2016 stellten mutmaßlich proukrainische Aktivisten rund 10.000 Mails ins Internet. Die etwa elf Gigabyte große Datenmasse stammt aus dem „Informationsministerium“ der Separatisten in der Ostukraine. Sie enthält den Schriftwechsel zwischen der Ministerin und mehreren „Beratern“ aus Russland, die wie Vorgesetzte der Separatisten agieren. Autoren von Frontal21 und der Wochenzeitung DIE ZEIT haben die russischsprachigen Mails über Monate übersetzt und ausgewertet.
Im August 2015 verfassen zwei Autoren ein Papier, das den neuen Machthabern in der Ostukraine als Handbuch dienen sollte. Das Dokument trägt den Titel „Strategie der inneren Informationspolitik in der Luhansker Volksrepublik“.

Hier finden Sie das russische Originaldokument sowie Auszüge des Dokuments in deutscher Übersetzung!

ZDF, frontal21

 

Meinungen zur Sendung:

Margarete Affenzeller schreibt im österreichischen Standard: Das Kamerateam bekam – Respekt – einen Extroll vor die Kamera, der zugab, als „Informationskrieger“ den doppelten Lohn eines Redakteursgehalts verdient zu haben. Gut für ihn, schlecht für die Medienkonsumenten, die jedem Blödsinn ausgeliefert sind. It’s the Faktencheck, stupid! mehr…

Rebecca Barth, FAZ: Durch die ausgewerteten Daten gelingt es den Autoren zudem einen bislang unbekannten Akteur des Propagandanetzwerkes zu enttarnen – Aleksandr Kasakow. Von prorussischen und separatistischen Medien wird er laut Frontal 21 als eine Art Politikwissenschaftler präsentiert. Dabei sei er eigentlich Vizepräsident des „Zentrums für politische Konjunktur“ (ZPK), einer Beraterfirma, in deren Management laut der Sendung enge Vertraute von Wladimir Putin sitzen. Außerdem erhält das Unternehmen offenbar regelmäßig „Regierungsaufträge“. Die ausgewerteten Daten sind wohl der große Gewinn der Dokumentation und ein weiteres Puzzlestück, um das Bild der russischen Propagandamaschine zu vervollständigen. Einige Aspekte sind bereits seit längerem bekannt. Dazu zählt etwa die Trollfabrik in Sankt Petersburg, über die häufig berichtet wurde. mehr…

Kaspar Koller

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