Gleichheit in allen Rechten und Pflichten, für alle Märkte und Bürger: "Wir müssen uns jetzt mit der Gründung einer Europäischen Republik auseinandersetzen", meint die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot. In ihrem Buch "Warum Europa eine Republik werden muss!" schreibt die Gründerin des European Democracy Labs an der European School of Governance "Es ist Zeit, Europa neu zu denken. Weg mit der Brüsseler Trilogie aus Rat, Kommission und Parlament! Die Nationalstaaten pervertieren die europäische Idee und spielen Europas Bürger gegeneinander aus."

Gleichheit in allen Rechten und Pflichten, für alle Märkte und Bürger: „Wir müssen uns jetzt mit der Gründung einer Europäischen Republik auseinandersetzen“, meint die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot. 

In ihrem Buch „Warum Europa eine Republik werden muss!“ schreibt die Gründerin des European Democracy Labs an der European School of Governance „Es ist Zeit, Europa neu zu denken. 

Weg mit der Brüsseler Trilogie aus Rat, Kommission und Parlament! Die Nationalstaaten pervertieren die europäische Idee und spielen Europas Bürger gegeneinander aus.“ 

Europa müsse aber heißen: „Alle europäischen Bürger haben gleiche politische Rechte. Vernetzt die europäischen Regionen! Schafft ein gemeinsames republikanisches Dach! Wählt einen europäischen Parlamentarismus, der dem Grundsatz der Gewaltenteilung genügt! Dieser Text ist ein utopisches Experiment. Res publica bedeutet Gemeinwohl – daran fehlt es in der EU heute am meisten.

Die Idee der Republik ist von Aristoteles bis Kant das normale Verfassungsprinzip für politische Gemeinwesen. Wenden wir es doch einmal auf Europa an. Bauen wir Europa neu, damit sich die Geschichte der Nationalismen nicht wiederholt. Damit Europa in der Welt von morgen nicht untergeht, sondern zur Avantgarde auf dem Weg in eine Weltbürgerunion wird.“

„Die EU hat ein ernstes Problem“, kommentiert Ulrike Guérot in der taz, „eines, das keine Öffentlichkeitskampagne mehr lösen kann. Das Problem heißt Vertrauensverlust. Immer mehr Menschen wenden sich von den EU-Institutionen ab.“

Die Griechenland-Krise, Uneinigkeit in der Flüchtlingspolitik, das Erstarken der Rechtspopulisten, dazu der mögliche Brexit: „Keine Frage“, schreibt Verena Gonsch von NDR Info, „in der Europäischen Union war die Stimmung schon mal besser. Doch neben Stimmen, die für mehr Eigenständigkeit der Länder plädieren, gibt es weiterhin auch Stimmen für mehr Europa.“ Eine von ihnen sei die der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot.

Assoziativ sei ihr Buch geschrieben, so Verena Gonsch. Eher wie ein Thinktank für ein neues, frisch entworfenes Europa. Ulrike Guérot glaube jedenfalls, dass die Europäer an sich an ihrer EU festhalten wollen: „Ich bin jetzt zwei Jahre lang durch Europa gereist. Die meisten Leute, 70 Prozent der europäischen Bürger wollen Europa. Niemand möchte Populismus, Nationalismus, Rückfall in Nationalstaatlichkeit. Aber die meisten wollen nicht mehr diese EU: dieses Regieren, Binnenmarkt, dieses Trockene, Technokratische!“

Ulrike Guérot im Deutschlandradio Kultur: „Ich habe ein Buch geschrieben, um meiner grenzenlosen Wut Ausdruck zu verleihen, weil mein Land, Deutschland, sein Versprechen, das es 1989 abgegeben hat, dass deutsche und europäische Einigung zusammengehören, bis heute nicht eingelöst hat.“

Dieses Buch sei in ein grollendes Gewitter hineingeschrieben, so die Autorin, in eine düstere Stimmung, in der so ziemlich alles verraten wird, was einst als europäische Werte gehandelt und verstanden wurde: Würde, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat, gutes Regieren.

„Als langjährige Beobachterin europäischer Politik hat es mich während der Eurokrisenjahre geradezu fassungslos gemacht, wie sehr sich der gesamte deutsche Mainstream inklusive wichtiger Leitmedien eingelullt hat in eine Selbstgefälligkeit – um nicht von Arroganz oder Überheblichkeit zu sprechen.“

Weblinks:
Adieu „Vereinigte Staaten von Europa“, Das SWR2 Kulturgespräch mit der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot führte Kathrin Hondl am 12.4.2016.

Ulrike Guérot: ulrikeguerot.eu

Twitter/European Democrazy Labs: @EuDemLab

Ulrike Guérot – Warum Europa eine Republik werden muss! Eine politische Utopie, Verlag J.H.W.Diez Nachf., BonnWarum Europa eine Republik werden muss!
Eine politische Utopie

von Ulrike Guérot
Seitenzahl: 308 Seiten
Verlag: Verlag J.H.W. Dietz Nachf.

Veröffentlichungsdatum:
18. April 2016
Bestellnummer: 978-3-8012-0479-2

Knut Kuckel

Journalist + Online-Publizist. Berufliche Stationen: Belgischer Rundfunk (BRF), Südwestfunk (SWF), Baden-Baden, heute Südwestrundfunk, SWR, Hessischer Rundfunk (hr).
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